Olivenöl - darauf solltest Du achten!

Olivenöl - darauf solltest Du achten!

Olivenöl ist ein delikater und gesunder Fruchtsaft und wie beim Wein gibt es eine große Vielfalt an Sorten und Produkteigenschaften. Die Wahl des passenden Olivenöls ist vor allem Geschmackssache!


Um bei der großen Bandbreite an Olivenölen und deren qualitativen sowie geschmacklichen Unterschiede einen Überblick zu behalten, möchten wir Dir im folgenden Beitrag die wunderbare Welt der Olivenöle nahebringen. Sodass auch Du dein Olivenöl-Typ entdecken kannst und in Zukunft aufgrund Deinen persönlichen Vorlieben das richtige Olivenöl auswählst:

Eigenschaft Nr. 1: Der Geschmack

Wie beim Wein gilt: es gibt positive und negative Geschmackskomponenten, im Folgenden haben wir eine Übersicht für Dich aufgeführt. Eine in sich stimmige und harmonische Kombination von positiven Geschmackseigenschaften gilt als bedeutendes Indiz für ein qualitativ hochwertiges Olivenöl.

 

Positive Merkmale

Negative Merkmale

 

Frisch

Erinnert an gerade gepresste Früchte und ist leicht aromatisch

 

Ranzig

Ein unangenehmer Geschmack nach überreifer Melone oder Kürbis, welcher auf die Qualitätsminderung durch Licht, Wärme oder Oxydation zurückzuführen ist

 

Pikant

Leichte schärfe, welche besonders in den ersten Monaten nach der Pressung spürbar ist und als Anzeichen für die ursprüngliche Unversehrtheit der Früchte gilt

 

Schimmlig

Ein schimmliger Geschmack entsteht durch die fehlerhafte Aufbewahrung der Oliven vor der Pressung

 

Fruchtig oder Pfeffrig

Ausgeprägter Olivengeschmack

 

Gekocht

Schmeckt nach gekochtem oder erhitztem Gemüse und entsteht durch die fehlerhafte Aufbewahrung der Oliven oder/und durch einen Temperaturanstieg während der Pressung

 

Mild

Sanfter, buttriger Geschmack, welcher typisch für bestimmte Produktionsgebiete und Olivensorten ist (z.B. Provence oder Cailletier-Oliven)

 

Säuerlich

Durch eine zu lange Lagerung der geernteten Oliven kann ein essigartiger Geschmack entstehen

 

Bitter

Eine Bitternote zeugt von hochwertigen Olivensorten, welche bei der Pressung unter anderen den Wirkstoff "Oleocanthal" abgeben und dadurch gesundheitsfördernd wirken

 

Schmutzig

Entsteht durch einen zu langen Kontakt des Öls mit dem natürlichen Bodensatz, auch "Ölschlamm" genannt

 

Aromatisch

Mögliche wahrnehmbare Aromen sind u.a. frisches Gras, Tomate, Artischocke, Mandel oder Apfel. Aromen prägen nicht nur den Geschmack, sondern sind auch ein Indiz für die Haltbarkeit des Öls

 

Seifig

Ein unangenehm nach Seife schmeckendes Öl zeugt von der Verwendung von Oliven, welche von der Ölfliege befallen waren

 

In unserem Onlineshop findest Du unter der Produktkategorie Speiseöle alle verschiedenen Olivenöle unseres Sortiments. Die Geschmacksmerkmale sind jeweils in den Produktbeschreibungen zu finden. Möchtest Du ein Öl in dem ein Merkmal besonders ausgeprägt ist, kommst Du durch einen Klick auf das Geschmacksmerkmal, auf ein von uns gewähltes Olivenöl. Starte jetzt mit Deinem gewonnen Wissen die Suche nach dem passenden Olivenöl!

 

Eigenschaft Nr. 2: Herstellung

Ein Öl ist gut, wenn es gut gemacht ist!

Die Ernte

Erntezeit ist von Anfang November bis Anfang März. Die Art der Ernte variiert je nach Region und ist oft topografieabhängig: an den Steilküsten Liguriens werden die Oliven mit langen Stangen von den Bäumen geschlagen und mit unter den Bäumen gespannten Netzen aufgefangen. In der Toskana, wo die meisten Olivenbäume relativ niedrig sind und auf sanften Hügeln wachsen, werden sie von Hand geerntet („Gabelgriff“). In Gegenden, die vom Massenanbau beherrscht sind, werden die Oliven mit sog. Olivenrüttelmaschinen vom Baum gezwungen, was dazu führt, dass die Oliven durch Druckstellen beschädigt werden und sehr schnell oxydieren.

Die Lagerung

Je kürzer die Oliven nach der Ernte bis zur Pressung gelagert werden, desto frischer und qualitativ hochwertiger wird das Endprodukt sein. Bei zu langem Lagern können Oxydationsstoffe entstehen, welche dem Olivenöl seinen frisch-fruchtigen Geschmack entziehen.

Das Pressverfahren

Zunächst werden die Oliven von den Zweigen entfernt und mit Wasser gründlich gewaschen, danach werden sie zu einem Brei zermahlen. Für die Pressung gibt es zwei Verfahren: Bei dem traditionellen, alten Verfahren werden Steinräder verwendet und der Brei wird auf Strohmaten aufgetragen. Das neuere, aber nicht schlechtere Verfahren bedient sich für die Pressung einer Spiralwinde aus Edelstahl. Für kaltgepresste Olivenöle darf die Temperatur während der Pressung nicht mehr als 40°C betragen. Der dritte Schritt ist das sogenannte Dekantieren, hier wird das Öl vom Wasser mittels einer Zentrifuge getrennt. Zu guter Letzt werden grobe Bestandteile des gewonnenen Öls in einem Absatzbecken herausgefiltert.
Nach einer Qualitätsprüfung und Analyse des Öls kann es in Flaschen oder Kanister abgefüllt werden und ist bereit zum Verzehr.

Beachte: Minderwertige Öle werden von den Herstellern raffiniert, durch Erhitzen und chemisches Behandeln werden alle unerwünschten Bitter- und Geschmacksstoffe aus dem Öl gezogen. Dadurch entsteht ein geschmacksneutrales Öl, ohne Aromen und weniger gesunden Inhaltsstoffen.

 

Eigenschaft Nr. 3: Gesundheitliche Vorteile

Ein Gläschen Olivenöl in Ehren kann niemand verwehren!

Olivenöl besteht zu ca. 75-85% aus einfach ungesättigten Fettsäuren und zu ca 10- 15% aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Beide haben positive Auswirkungen auf die Gesundheit, wobei man speziell den einfach ungesättigten Fettsäuren eine cholesterinsenkende Wirkung zuschreibt. Es gibt „gutes“ (HDL-) und „schlechtes“(LDL-)Cholesterin. Olivenöl erhöht den Anteil an HDL-Cholesterin und senkt den Anteil an LDL-Cholesterin im Körper. Olivenöl enthält zusätzlich den Wirkstoff Oleuropein, der ähnlich wie die Flavonoide beim Rotwein blutdrucksenkend wirken soll.

Der Ölsäurewert gibt den Anteil der gesättigten Fettsäuren im Öl an und sollte bei hochwertigen Olivenölen den Wert von 0,8% nicht überschreiten, da diese freien Fettsäuren u.a. krebserregend sein können. 

Neben den bereits oben genannten gesundheitlichen Vorteilen von Olivenöl, gibt es weitere gesundheitsfördernde Aspekte:

  • Schützt die Magenschleimhaut
  • Vermindert das Risiko von Gallensteinen
  • Stärkt und schont die Leber
  • Schützt durch das Vitamin E Gehirn und Nerven vor einem verfrühten Alterungsprozess
  • Aufgrund der Ölsäure hat Olivenöl eine herausragende Bedeutung für den Knochenaufbau, da es das einzige Fett ist, das die Knochendichte auch im Erwachsenenalter fördert (z.B. bei Osteoporose)
  • Wirkt antirheumatisch
  • Wirkt entzündungshemmend
  • Wirkt heilungsfördernd
  • Nährt die Muskulatur

 

Eigenschaft Nr. 4: Verwendung

Um das passende Olivenöl für Dich zu finden, ist es natürlich wichtig, eines zu wählen, das auf Deine Zwecke abgestimmt ist. Da immer noch gilt, dass Deine Wahl vor allem Geschmackssache ist, können wir dir nur Empfehlungen von langjährigen Olivenölkennern und -liebhabern für die Verwendung der verschiedenen Olivenöle geben. Worauf Du aber unbedingt achten solltest, ist der Gebrauch eines geeigneten Öls zum Erhitzen.

Olivenöl wird vornehmlich in den Küchen des Mittelmeerraumes verwendet. Allerdings kann es auch für alle anderen Arten des Kochens, wie zum Beispiel bei asiatischen Fischgerichten zum Einsatz kommen. Das Olivenöl ist ein Allroundtalent und ist sowohl kalt, wie auch warm zubereitet ein Traum von Genuss. 
Für Salate und den puren Verzehr sind kräftige bis pikante Olivenöle mit starken Aromen sehr zu empfehlen. Zum Kochen greifen wir eher zu milderen Olivenölen, da so die Aromen der anderen Zutaten unterstrichen und nicht übertönt werden. 

Achtung beim Erhitzen! Kaltgepresste Olivenöle erreichen bei ca. 180°C ihren sogenannten Rauchpunkt, ab dieser Temperatur verbrennen die kostbaren Nährstoffe und sogar schädliche Nebenprodukte entstehen. 
Jedoch werden auch speziell zum Braten und Frittieren Olivenöle hergestellt, welche bis zu 240°C erhitzbar sind. Eines dieser Bratöle findest du in unserem Onlineshop.